Hörspielsprecher
Ein Hörspielsprecher ist ein im Medium des Hörspiels (Hörfunk oder Tonträger) tätiger, rein mit stimmlichen Mitteln eine oder mehrere Rollen Darstellender; meist – wenn auch nicht immer – wird diese Arbeit von ausgebildeten Schauspielern übernommen. Somit ist der Hörspielsprecher in aller Regel Mitglied eines darstellenden Ensembles, im Gegensatz etwa zum Rezitator, der meist alleine Werke der Literatur sprecherisch interpretiert und darbietet, oder zum journalistischen Sprecher (z. B. Nachrichtensprecher), der keine Rolle außer seiner eigenen verkörpert und nicht im Rahmen einer Inszenierung im engeren dramaturgischen Sinne agiert.
In den USA waren es ab den 1930er-Jahren mitunter internationale Leinwandstars, die sich - quasi als „Nebenprodukte“ ihrer eigentlichen Arbeit - in den Hörspielstudios ein Stelldichein gaben. Orson Welles, Vincent Price, Boris Karloff, Basil Rathbone und Peter Lorre sind nur einige Kinogrößen, deren Stimmen auch durch Hörspiele bekannt wurden. Eine der beliebtesten unter den historischen Hörspielreihen im US-amerikanischen Rundfunk war Suspence.
In Deutschland hat sich in den 1960er-Jahren eine besondere Kultur des Kinder- und Jugendhörspiels herauskristallisiert. Verschiedene Labels - vor allem Europa - bestückten den Markt mit meist hochkarätig besetzten Hörspielen, die z. T. in Anlehnung an Klassiker der Weltliteratur wie Dracula, Tom Sawyer oder Moby Dick entstanden. Als einer der deutschlandweit bekanntesten Sprecher wirkte in unzähligen dieser Hörspiele Hans Paetsch mit, der meist als Erzähler der handlungsführenden Zwischentexte zu hören war. Zu den bekanntesten deutschen Sprechern gehören Christian Brückner und Wolfgang Büttner. Berühntheit erlangte René Deltgen in der Rolle des Schriftstellers und Privatdetektives Paul Temple, eine Rolle, die er in elf mehrteiligen Hörspielen zwischen 1949 und 1966 sprach.

